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RdF-News
28.11.2017
RdF-News
BVI: Verlagerung des Euro-Clearings in die EU würde Kosten für Fondsbranche erheblich reduzieren

Zinsderivate sind ein wichtiger Bestandteil im Risikomanagement von Fonds. Angesichts des drohenden Brexits fordert der deutsche Fondsverband BVI daher eine Verlagerung des Clearings der auf Euro lautenden Zinsswaps in die EU27. Das ist nicht nur aufsichtsrechtlich geboten: unter dem Strich würde eine Verlagerung, etwa an die Eurex Clearing AG, Fondsgesellschaften sogar erheblich weniger kosten. Die Ersparnis könnte bis zu 30 % betragen.

Dies ist das Ergebnis einer Studie von Union Investment. Darin werden anhand von Portfolioanalysen die Auswirkungen einer Verlagerung des Euro-Clearings in die EU27 analysiert. Gemäß der Studie entstehen die Kostenvorteile vor allem aus den Verrechnungseffekten verschiedener Assetklassen und den rentierlicheren Besicherungsmöglichkeiten.

Damit liegen erstmals ökonomische Hochrechnungen für eine potentielle Verlagerung des EU-Clearings aus der Sicht eines bedeutenden europäischen Asset Managers vor. „Aus Sicht der Fondsbranche liegen die Vorteile eines Euro-Clearings innerhalb der EU auf der Hand: reduzierte Kosten, höherer Anlegerschutz und mehr Finanzstabilität“, kommentiert Thomas Richter, Hauptgeschäftsführer des BVI.

„Wenn es gelingt, das Euro-Clearing an den internationalen Finanzplatz Frankfurt zu holen, profitieren von den zu erwartenden Kosteneinsparungen auch die deutschen Fondsanleger“, ergänzt Jens Wilhelm, Kapitalmarktvorstand bei Union Investment.

Frankfurt ist der Hauptstandort für die Fondsbranche in Deutschland: Knapp 60 % der verwalteten Assets werden in Frankfurt gemanagt. Eine Verlagerung wäre problemlos möglich: So sind etwa bei der Eurex Clearing bereits heute alle rechtlichen und technischen Voraussetzungen für ein Euro-Clearing gegeben. Außerdem würde dann sowohl das Clearing als auch die Besicherung von OTC-gehandelten und börsennotierten Derivaten innerhalb des erforderlichen EU-Rahmens stattfinden.

Zum Hintergrund: Rund 90 % der auf Euro lautenden Zinsswaps werden derzeit über das Clearinghaus LCH in London verrechnet. Im Zuge des Brexits wäre es aber nicht mehr unter der EU-Aufsicht. Eine effektive Überwachung lässt sich aber nur über den direkten Zugriff für EU-Aufsichtsbehörden und nur innerhalb der EU sicherstellen.

(www.bvi.de)

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